5 Spiele – 5 Fragen an Luis Alves


Fünf Meisterschaftsspiele sind absolviert. Mit zwei Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen stehen unsere Herren 1 aktuell bei sieben Punkten.
Der Saisonstart verlief damit noch nicht ganz so, wie sich Mannschaft und Trainerteam dies vorgenommen hatten. Gleichzeitig ist deutlich zu erkennen, dass sich innerhalb des Teams einiges entwickelt. Der Kader ist jung, die Mannschaft verfolgt eine klare Spielidee und immer mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs schaffen den Weg in die 1. Mannschaft.
Inzwischen stehen zehn Spieler im Kader der Herren 1, die zuvor bereits in der Nachwuchsabteilung des FC Oerlikon/Polizei ZH gespielt haben. Vor einigen Jahren waren es lediglich ein bis zwei.
Zeit also für ein erstes Zwischenfazit. Wir haben mit unserem Trainer Luis Alves über den bisherigen Saisonstart, seine Fussballidee, die Nachwuchsförderung, mögliche neue Spieler und seine Zukunft beim FCOP gesprochen.
1. Nach fünf Meisterschaftsspielen: Wie beurteilst du den bisherigen Saisonstart und die Entwicklung der Mannschaft?
Luis Alves:
Mit sieben Punkten aus fünf Spielen können wir nicht vollständig zufrieden sein. Wir haben neun Tore erzielt, aber gleichzeitig zehn Gegentore bekommen. Gerade defensiv müssen wir stabiler und konsequenter werden.
Trotzdem sehe ich die Entwicklung der Mannschaft positiv. Wir haben einen sehr jungen Kader und befinden uns in einem Prozess. In vielen Phasen der Spiele sieht man bereits sehr deutlich, welchen Fussball wir spielen wollen. Jetzt geht es darum, diese Leistung nicht nur phasenweise, sondern über 90 Minuten auf den Platz zu bringen.
Wir müssen lernen, Spiele besser zu kontrollieren, in den entscheidenden Situationen konsequenter zu sein und weniger einfache Gegentore zuzulassen.
Sieben Punkte sind für unsere Ansprüche nicht das, was wir uns vorgenommen haben. Aber ich sehe jeden Tag, wie diese Mannschaft arbeitet und sich entwickelt. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir noch viel Potenzial nach oben haben.
2. Wenn jemand unser Herren 1 spielen sieht: Woran soll man erkennen, dass es eine Mannschaft von Luis Alves ist?
Luis Alves:
An Mut, Intensität und einer klaren Idee.
Ich möchte eine Mannschaft sehen, die aktiv Fussball spielt und nicht darauf wartet, was der Gegner macht. Wir wollen den Ball haben, mutig aufbauen und Lösungen finden. Gegen den Ball möchte ich eine Mannschaft sehen, die aggressiv und gemeinsam arbeitet, nach Ballverlust sofort reagiert und versucht, den Ball schnell zurückzugewinnen.
Aber für mich gehört noch etwas anderes dazu: Mentalität. Egal wie das Spiel läuft, meine Mannschaft soll nie aufgeben. Wenn jemand uns spielen sieht, soll er merken: Diese Mannschaft hat einen Plan, sie arbeitet füreinander und sie will das Spiel bestimmen.
3. Inzwischen stehen 10 Spieler im Kader, die in der FCOP-Nachwuchsabteilung gespielt haben, und der Kader ist insgesamt sehr jung. Was bedeutet dir diese Entwicklung?
Luis Alves:
Sehr viel. Für mich ist das ein wichtiger Teil unserer Arbeit und auch ein Weg, den ich beim FCOP bewusst fördern möchte.
Wenn wir es schaffen, Spieler aus unserem eigenen Nachwuchs bis in die erste Mannschaft zu entwickeln, profitieren davon nicht nur wir als Herren 1, sondern der gesamte Verein.
Aber bei mir bekommt niemand Einsatzzeit nur aufgrund seines Alters. Wer Qualität zeigt, lernen will und im Training Leistung bringt, bekommt seine Chance – egal ob er 17 oder 30 Jahre alt ist.
Dass mittlerweile zehn Spieler in unserem Kader stehen, die beim FCOP im Nachwuchs gespielt haben, macht mich stolz. Gleichzeitig möchte ich, dass die nächsten Junioren bereits sehen: Wenn ich bereit bin zu arbeiten und Leistung zu bringen, gibt es beim FCOP einen echten Weg bis ins Herren 1.
4. Welche Eigenschaften muss ein Spieler mitbringen, damit er sportlich und menschlich zu unserem Herren 1 passt?
Luis Alves:
Talent alleine reicht mir nicht.
Natürlich braucht ein Spieler Qualität. Aber genauso wichtig sind für mich Mentalität, Lernbereitschaft, Disziplin und Teamfähigkeit. Ich möchte Spieler, die besser werden wollen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, für die Mannschaft zu arbeiten.
Fehler gehören zum Fussball und zur Entwicklung. Was für mich entscheidend ist, ist die Reaktion darauf. Ich möchte Spieler, die zuhören, lernen und weitermachen.
Und ganz wichtig: Wir brauchen Spieler, die verstehen, dass niemand grösser ist als die Mannschaft. Wer dieses Trikot trägt, soll stolz darauf sein und alles dafür geben.
5. Du hast deinen Vertrag beim FCOP verlängert. Warum möchtest du diesen Weg weitergehen und wo möchtest du die Mannschaft hinführen?
Luis Alves:
Weil ich das Gefühl habe, dass unsere Arbeit noch lange nicht fertig ist.
Wir haben etwas aufgebaut und gleichzeitig sehe ich noch sehr viel Potenzial in dieser Mannschaft. Gerade mit unserem jungen Kader und den vielen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs entsteht etwas, das ich weiterentwickeln möchte.
Ich habe klare Ambitionen. Ich möchte nicht einfach Saison für Saison spielen und schauen, was passiert. Ich möchte, dass wir uns kontinuierlich verbessern, eine klare Identität entwickeln und sportlich den nächsten Schritt machen.
Mein Ziel ist es, den FCOP langfristig weiter nach oben zu bringen – aber nicht um jeden Preis und nicht mit kurzfristigen Lösungen. Ich möchte etwas Nachhaltiges aufbauen: mit einer klaren Spielidee, mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs und mit einer Mannschaft, mit der sich der Verein identifizieren kann.
Ich möchte, dass man irgendwann sagt: Beim FCOP ist etwas entstanden. Und es ist nicht zufällig entstanden.
Kontinuität als bewusster Entscheid
Die Zusammenarbeit mit Luis Alves wurde bereits vor Saisonbeginn verlängert. Für den FC Oerlikon/Polizei ZH war dies ein bewusster Entscheid, den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiterzugehen.
Francisco De Haro, Sportchef FC Oerlikon/Polizei ZH:
„Luis macht bei uns einen sehr guten Job und geniesst unser volles Vertrauen. Für uns geht es nicht nur darum, einzelne Resultate zu beurteilen. Wir schauen auf die gesamte Entwicklung der Mannschaft, auf die tägliche Arbeit und darauf, wohin wir uns als Verein sportlich bewegen möchten.
Besonders wichtig ist für mich die Entwicklung unserer eigenen Spieler. Dass inzwischen zehn Spieler im Herren 1 stehen, die bereits in unserem Nachwuchs gespielt haben, ist eine starke Entwicklung. Vor einigen Jahren waren es noch ein oder zwei. Genau diesen Weg wollen wir weiterverfolgen.
Gleichzeitig wollen wir ambitioniert bleiben und die Mannschaft dort verstärken, wo es sinnvoll ist. Dabei suchen wir nicht einfach Spieler, sondern Spieler, die sportlich und menschlich zu unserem Verein und zu unserer Philosophie passen.
Luis kennt den Verein, die Mannschaft und unsere Vorstellungen. Er fordert die Spieler, gibt jungen Spielern eine Chance und verfolgt eine klare Idee. Deshalb war es für uns richtig, auf Kontinuität zu setzen und den gemeinsamen Weg weiterzugehen.“




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